Werkzeug für Datenmodellierung

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Werkzeug für Datenmodellierung

Beitragvon Josef Pötzl » Di 4. Mai 2010, 09:22

Hallo!

Wie startet ihr bei einer neuen Datenbank mit dem Entwurf der Datenstruktur?

Ich versuche als erstes herauszufinden, wie die Daten vom späteren Anwender der Datenbankanwendung genutzt werden.
Dafür mache ich mich im Prinzip mit Papier und Bleistift auf den Weg und bilde mir ein Bild der Abläufe, die später von der Anwendung unterstützt werden sollen.
Zu diesem Zeitpunkt kann ich keines der mir bekannten Werkzeuge zur Datenmodellierung (ERM-Tools) nutzen, da diese immer bereits von Tabellen ausgehen.

Das bringt mich nun zu der Idee, ein eigenes Hilfsmittel zu erzeugen, bei dem man anfangs nur die "Datenpunkte" und deren Nutzung eingibt und daraus dann ein Vorschlag für ein Datenmodell generiert wird.

Also irgendwie solche Infos sammeln:
Beispiel Bestellabwicklung
  • Zu einer Bedarfsanforderung (z. B. Meldung von der Lagerwirtschaft an den Einkauf) kann es keine, eine oder mehrere Anfragen geben.
  • Eine Anfrage kann mehrere Bedarfsanforderungen beinhalten.
  • Aus einer Anfrage können keine, eine oder mehrere Bestellungen entstehen.
  • Die Positionen einer Anfrage können zu 100% oder nur teilweise in eine Bestellung übernommen werden.
  • Eine Anfrage darf mit einem unvollständigen Adressangabe erfolgen.
  • Zum Zeitpunkt der Bestellung muss eine Lieferantennummer (=Freigabe als Lieferant) vorhanden sein.
  • Die Bestellung muss von X und Y freigegeben werden.
  • Zu jeder Bestellposition kann es keine, eine oder mehrere Lieferungen geben.
  • Eine Lieferung kann eine oder mehrere Bestellpositionen beinhalten
  • ...

Diese Infos müssten so erstellt werden, dass sie softwaretechnisch ausgewertet werden können.
Anschließend könnte man z. B. die Beziehungen zw. den Datenfeldern darstellen und sie in Blöcken gruppieren.
Aus diesen Gruppen würden in weiterer Folge die Tabellen entstehen.
Das wird vermutlich kaum vollständig automatisierbar sein, aber wenn das Werkzeug auch nur ein wenig die Übersicht erhöht, könnte das bereits Zeit sparen und eine klar definierte Datenstruktur ergeben.

Bevor ich aber so ein "Projekt" starte, wollte ich nachfragen, ob es vielleicht bereits so etwas gibt und ich das nur nicht finde. :)

mfg
Josef
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Re: Werkzeug für Datenmodellierung

Beitragvon Sten Schmidt » Di 4. Mai 2010, 20:44

Josef Pötzl hat geschrieben:Wie startet ihr bei einer neuen Datenbank mit dem Entwurf der Datenstruktur?


Durch eine wilde Ansammlung von Rechtecken und Pfeilen auf Papier, allerdings nur die grobe Draufsicht auf den Prozess / das Datenmodell. Im zweiten Schritt wird die Information vom Papier aber schon direkt in Tabellen-Form mit Testdaten "zusammengewurschtelt" um zu sehen ob das Erdachte auch wirklich der Anforderung entspricht. Oftmals sieht man erst hier Probleme, an die noch niemand gedacht hat. Die Tabellen werden dann solange umgebaut bis alles passt.

Josef Pötzl hat geschrieben:Das bringt mich nun zu der Idee, ein eigenes Hilfsmittel zu erzeugen, bei dem man anfangs nur die "Datenpunkte" und deren Nutzung eingibt und daraus dann ein Vorschlag für ein Datenmodell generiert wird.


Klingt nach UML.
Sten Schmidt
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Re: Werkzeug für Datenmodellierung

Beitragvon Josef Pötzl » Mi 5. Mai 2010, 08:04

Vom Prinzip her käme UML in Frage. Nur die UML-Editoren, die ich kenne, sind nur "Zeichenprogramme". Und bevor ich ein Zeichenprogramm starte, mache ich es lieber wie gewohnt und erstelle gleich die Tabellen. Da man sowieso mit der Zeit etwas Erfahrung sammelt, trifft man meistens gleich am Anfang die passende Tabellenstruktur. ;)
Dabei bleibt aber eine Dokumentation über das "Warum" dieser Struktur auf der Strecke.

Am liebsten hätte ich daher ein Werkzeug, in das ich die im ersten Beitrag gezeigten Bedingungen in eine Maske eintippe und damit dann eine Tabellenstruktur definiere. Kommen später neue Bedingungen dazu, wäre es schön, wenn das Dingens automatisch prüfen könnte, ob es einen Konflikt gibt.

BTW: wie man das programmtechnisch lösen könnte, weiß ich noch nicht. :D

mfg
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